Elegante Beleidigungen: 24 gehobene Wörter für unangenehme Menschen
Manche Menschen verdienen ein genaues Wort. Diese hier sind höflich genug fürs Meeting und treffen trotzdem. Mit Bedeutung und Beispiel, damit man weiß, was man sagt.
Für Hochmut
blasiert
Überheblich und gelangweilt, weil einen angeblich nichts mehr beeindrucken kann.
Sie nippt blasiert am Champagner, als sei er Leitungswasser.
anmaßend
Überheblich, sich mehr herausnehmend als einem zusteht.
Anmaßend erklärte der Gast der Köchin, wie man Risotto richtig rührt.
hochfahrend
Überheblich und anmaßend im Auftreten, schnell herablassend.
In hochfahrendem Ton erklärte der Schwiegervater dem Maler, wie man eine Wand richtig streicht.
der Dünkel
Hochmut und Einbildung: Man hält sich wegen Herkunft, Bildung oder Stellung für etwas Besseres.
In Fontanes ‚Frau Jenny Treibel‘ schwärmt die reiche Kommerzienrätin von Poesie, doch eine arme Schwiegertochter lässt ihr Dünkel nicht zu.
saturiert
Satt und selbstzufrieden: Man hat alles, was man braucht, und will nichts mehr ändern oder wagen.
Nach dem dritten Gang lehnt er sich saturiert zurück und findet die Welt in Ordnung.
arriviert
Beruflich und gesellschaftlich oben angekommen und allgemein anerkannt.
Heute ist sie eine arrivierte Architektin, aber ihr erstes Büro war ein Hinterhofzimmer.
Für Spott und Häme
süffisant
Selbstgefällig überlegen, mit dem feinen Lächeln von jemandem, der es besser zu wissen glaubt.
Süffisant fragte die Schwester, ob der selbstgebaute Schrank diesmal stehen bleibe.
mokant
Spöttisch auf eine feine, leicht herablassende Art.
„Selbst gekocht?“, fragte sie mokant und sah auf die Lieferkartons.
maliziös
Hämisch und boshaft, mit feinem, berechnetem Spott.
Mit einem maliziösen Lächeln fragte die Kollegin, ob die Präsentation denn diesmal fertig sei.
sardonisch
Bitter und höhnisch. Grimmiger als ironisch.
Sein sardonisches Lächeln sagte: Ich habe es euch im März gesagt.
Für Unaufrichtigkeit
perfide
Heimtückisch und hinterhältig.
Der Kuckuck geht perfide vor: Er legt sein Ei in fremde Nester und lässt andere Vögel sein Küken großziehen.
infam
Niederträchtig und ehrverletzend.
Das Gerücht, sie habe beim Backwettbewerb einen gekauften Kuchen eingereicht, war infam.
abgefeimt
Äußerst durchtrieben, mit allen Tricks vertraut und ohne Skrupel. Gehoben, abwertend.
Der abgefeimte Heiratsschwindler hatte für jede Witwe eine eigene rührende Lebensgeschichte parat.
servil
Übertrieben unterwürfig und dienstbeflissen gegenüber Mächtigeren.
Gegenüber dem Vorstand ist er servil, gegenüber dem Praktikanten unausstehlich.
obsequiös
Übertrieben unterwürfig und dienstbeflissen gegenüber Höhergestellten.
Der Portier lächelte so obsequiös, dass man das erwartete Trinkgeld förmlich spürte.
Für Nörgeln und Jammern
der Querulant
Jemand, der sich ständig und kleinlich beschwert und streitet. Abwertend.
Semmelweis galt vielen Kollegen als Querulant, dabei hatte er mit dem Händewaschen schlicht recht.
larmoyant
Weinerlich und selbstmitleidig.
Statt einer Entschuldigung kam ein larmoyanter Monolog über seine schwere Woche.
beckmessern
Kleinlich und besserwisserisch an Einzelheiten herumkritisieren.
Statt die Idee zu würdigen, beckmesserte der Ausschuss an der Schriftgröße herum.
der Misanthrop
Person, die Menschen hasst oder meidet.
Als Misanthrop bezeichnete er sich selbst, dabei fütterte er heimlich alle Katzen der Straße.
Für Unvermögen
der Dilettantismus
Laienhaftes, stümperhaftes Vorgehen ohne das nötige Können. Abwertend.
Der Umbau scheiterte an purem Dilettantismus: Die neue Treppe endet vor einer Wand.
dilettantisch
Stümperhaft gemacht, ohne Können und ohne Sorgfalt.
Das Regal war so dilettantisch montiert, dass die Bücher schon am ersten Abend auf dem Boden lagen.
der Hasardeur
Jemand, der leichtsinnig alles auf eine Karte setzt und das Risiko für andere gleich mit eingeht.
Samstagabend ohne Reservierung zum angesagtesten Italiener: Er ist ein Hasardeur.
plattitüdenhaft
Voller abgenutzter Phrasen, ohne eigenen Gedanken.
Die Abirede war so plattitüdenhaft, dass die Eltern mitsprechen konnten: Am Ende zähle der Mensch, und jedes Ende sei ein Anfang.
verstiegen
Überspannt und wirklichkeitsfern, so weit hinausgedacht, dass der Boden verloren geht.
Die These, der Hund habe die Hausaufgaben absichtlich gefressen, fand selbst die Lehrerin etwas verstiegen.
