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Eloquent sprechen: 21 Wörter und Wendungen für gewählte Sprache

Eloquenz hat weniger mit seltenen Fremdwörtern zu tun als mit Wendungen, die einen Satz ordnen, abschwächen oder zuspitzen. Hier stehen Wörter und Wendungen, mit denen Reden und Mails gewählter klingen, ohne gestelzt zu wirken.

Über gutes Reden

eloquent

Sprachgewandt und überzeugend im Ausdruck.

Er beschrieb den Stau so eloquent, dass keiner das Ende der Geschichte verpassen wollte.

Herkunft: Von lateinisch eloquens, zu eloqui, ‚heraussprechen, sich aussprechen‘.

die Eloquenz

Die Gabe, gewandt, treffend und überzeugend zu reden.

Cyrano de Bergerac leiht dem schönen, aber wortkargen Christian seine Eloquenz und schreibt für ihn die Liebesbriefe an Roxane.

Herkunft: Lateinisch eloquentia, ‚Beredsamkeit‘.

wortgewandt

Geschickt im Formulieren.

Wortgewandt rettete der Trauzeuge die Rede aus dem Stegreif.

die Diktion

Art, wie jemand spricht oder schreibt, besonders Wortwahl und Ausdrucksweise.

Ihre Diktion verrät die Juristin: Kein Satz ohne Einschränkung.

Herkunft: Von lateinisch „dictio“, das Sprechen, der Ausdruck.

druckreif sprechen

In perfekt formulierten Sätzen reden.

Sie spricht druckreif, sogar um sieben Uhr früh.

nicht auf den Mund gefallen sein

Redegewandt sein, immer eine schlagfertige Antwort haben.

Die Sechsjährige ist nicht auf den Mund gefallen: Auf „Iss dein Gemüse“ fragte sie, ob Pommes nicht auch Gemüse seien.

Herkunft: Wer auf den Mund gefallen ist, bringt vor Schmerz kein Wort heraus.

geschliffene Rhetorik

Polierte, elegante Redekunst.

Ciceros Reden gegen Catilina gelten bis heute als Muster geschliffener Rhetorik.

Herkunft: Das Bild kommt vom Schleifen von Edelsteinen und Klingen, das Glanz und Schärfe bringt.

Wendungen, die einen Satz ordnen

in medias res

Mitten hinein in die Sache.

Homers ‚Ilias‘ beginnt in medias res: Der Krieg um Troja tobt schon im zehnten Jahr.

Herkunft: Lateinisch, ‚mitten in die Dinge‘.

gelinde gesagt

Vorsichtig untertreibende Formulierung. Das Gemeinte ist meist deutlich schärfer.

Das Hotelzimmer war, gelinde gesagt, kompakt.

mit Verlaub

Höfliche Einleitung, bevor man offen widerspricht oder etwas Deutliches sagt. Gehoben.

Mit Verlaub, das ist der langsamste Aufzug der Stadt.

geschweige denn

Und erst recht nicht.

Kolibris können kaum laufen, geschweige denn hüpfen: Ihre winzigen Füße taugen fast nur zum Sitzen.

ganz zu schweigen von

Und erst recht nicht. Verstärkt eine Aufzählung am Ende.

Auf der Venus herrschen über 400 Grad, ganz zu schweigen vom Luftdruck: rund neunzigmal so hoch wie auf der Erde.

beredtes Schweigen

Schweigen, das mehr sagt als Worte.

Auf die Frage, wer den Ficus hat vertrocknen lassen, folgte beredtes Schweigen.

die Kunstpause

Ein bewusst gesetztes Innehalten beim Sprechen, das Spannung erzeugt oder einer Aussage Gewicht gibt.

Nach einer Kunstpause verkündete Okan: „Wir bekommen Zwillinge.“

Herkunft: Pause kommt über lateinisch pausa von griechisch pausis, ‚das Aufhören‘.

Wörter für einen guten Stil

konzis

Knapp und genau formuliert: alles Wichtige drin, kein Wort zu viel.

Ihre Absage per Nachricht war konzis: „Danke für den Abend. Wir passen nicht. Alles Gute!“

Herkunft: Von lateinisch concisus, zusammengeschnitten, kurz gefasst, zu concidere, zerschneiden.

griffig

So knapp und treffend formuliert, dass man es sich sofort merkt.

„Veni, vidi, vici“: Caesars Siegesmeldung war so griffig, dass man sie nach zweitausend Jahren noch kennt.

die Sprezzatura

Die Kunst, Schwieriges so lässig zu tun, dass niemand die Mühe dahinter bemerkt.

Ihr Dutt saß mit vollendeter Sprezzatura: zwanzig Minuten Arbeit für „eben schnell hochgesteckt“.

Herkunft: Italienisch, geprägt von Baldassare Castiglione im ‚Buch vom Hofmann‘ (1528): Der vollkommene Hofmann soll alle Kunst verbergen und alles wie mühelos erscheinen lassen.

die Gravitas

Würdevoller Ernst: ruhige Gewichtigkeit im Auftreten, die einem Menschen Ansehen und Autorität verleiht.

Selbst in Flipflops hat sie Gravitas.

Herkunft: Lateinisch gravitas, Schwere, Gewicht, zu gravis, schwer.

der Aplomb

Sicheres, nachdrückliches Auftreten, das keinen Widerspruch erwartet.

Mit Aplomb bestellte er auf Italienisch und bekam statt Pasta drei Espressi.

Herkunft: Von französisch aplomb, eigentlich senkrechte Stellung, Gleichgewicht, aus à plomb, im Lot.

souverän

Sicher, ruhig und kompetent. Wirkt, als brauche es keine Bestätigung von außen.

Souverän moderierte sie den Stromausfall einfach weg.

distinguiert

Vornehm und von gepflegter Zurückhaltung, sodass man sich deutlich von der Masse abhebt.

Der ältere Herr im grauen Mantel wirkte so distinguiert, dass alle ihn für den Dirigenten hielten.

Herkunft: Aus dem Französischen distingué, ausgezeichnet, zu lateinisch distinguere, unterscheiden.