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Wörter für Ironie, Spott und trockenen Humor: 15 mit Beispiel

Humor hat viele Tonlagen: trocken, spitz, bissig, verschmitzt. Wer sie benennen kann, beschreibt Menschen und Texte genauer. Hier stehen Wörter für Witz, Ironie und Spott.

Für feinen Witz

der Esprit

Scharfsinn und Witz in Worten. Geistreiche Begabung.

Voltaires Briefe sprühen vor Esprit, und er hat Tausende davon geschrieben.

Herkunft: Französisch esprit ‚Geist‘, von lateinisch spiritus ‚Hauch, Atem‘.

das Bonmot

Geistreicher, zitierfähiger Ausspruch.

Am runden Tisch im New Yorker Algonquin Hotel war Dorothy Parker für ihre Bonmots berühmt.

Herkunft: Französisch bon mot ‚gutes Wort‘.

die Pointe

Überraschender, zugespitzter Schluss eines Witzes oder einer Geschichte, auf den alles hinausläuft.

Leider verriet Onkel Gregor die Pointe schon im zweiten Satz.

Herkunft: Französisch pointe ‚Spitze‘.

verschmitzt

Listig auf sympathische Art, schelmisch-schlau.

In ‚Ferris macht blau‘ schwänzt Ferris die Schule und erklärt mit verschmitztem Lächeln direkt in die Kamera, wie man die Eltern austrickst.

spitzbübisch

Verschmitzt wie ein Lausbube.

Mit spitzbübischer Freude malte Marcel Duchamp der Mona Lisa auf einer Postkarte einen Schnurrbart.

lakonisch

Knapp und präzise, wortkarg auf wirkungsvolle Weise.

Die Tafel der Fischbude am Hafen war lakonisch: Fisch. Pommes. Bier.

Für Spott und Ironie

süffisant

Selbstgefällig überlegen, mit dem feinen Lächeln von jemandem, der es besser zu wissen glaubt.

Süffisant fragte die Schwester, ob der selbstgebaute Schrank diesmal stehen bleibe.

mokant

Spöttisch auf eine feine, leicht herablassende Art.

„Selbst gekocht?“, fragte sie mokant und sah auf die Lieferkartons.

Herkunft: Französisch moquant, Partizip von se moquer, sich lustig machen.

sardonisch

Bitter und höhnisch. Grimmiger als ironisch.

Sein sardonisches Lächeln sagte: Ich habe es euch im März gesagt.

maliziös

Hämisch und boshaft, mit feinem, berechnetem Spott.

Mit einem maliziösen Lächeln fragte die Kollegin, ob die Präsentation denn diesmal fertig sei.

Herkunft: Über französisch malicieux von lateinisch malitia, Bosheit, zu malus, schlecht.

die Häme

Boshafte Freude am Misserfolg anderer.

Als der Angeber am Billardtisch die weiße Kugel versenkte, war ihm die Häme der ganzen Bar sicher.

der Zynismus

Bissiger Spott, der Werte, Ideale und Gefühle anderer verächtlich macht.

Beim ersten Date erklärte er, Romantik sei eine Erfindung der Blumenhändler. Ihr war sein Zynismus zu viel.

Herkunft: Von den Kynikern, griechischen Philosophen um Diogenes von Sinope, die Besitz und Konventionen verachteten.

die Persiflage

Geistreiche, spöttische Nachahmung.

Zum Abschlussfest führten die Schüler eine Persiflage auf den Elternabend auf, samt Rektor mit Glöckchen.

Herkunft: Französisch persiflage, zu persifler, ‚verspotten‘, gebildet aus siffler, ‚pfeifen, auspfeifen‘.

Sprichwörter dazu

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt

Ironischer Nachsatz: Man tut, als unterstelle man nichts, und legt den Verdacht gerade so nahe.

Der Neffe des Wirts gewann die Tombola zum dritten Mal in Folge. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Herkunft: Übersetzung des Wahlspruchs des englischen Hosenbandordens „Honi soit qui mal y pense“ aus dem 14.

Difficile est saturam non scribere

Manche Zustände sind so absurd, dass man kaum anders kann, als darüber zu spotten.

Die Behörde verlangte eine Bescheinigung darüber, dass keine Bescheinigung nötig sei. Difficile est saturam non scribere.

Herkunft: Aus den Satiren des römischen Dichters Juvenal (um 100 n.