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Redewendungen über Liebe und Freundschaft: 26 mit Bedeutung

Verliebt, befreundet, verkracht: Für fast jede Lage zwischen zwei Menschen gibt es eine Redewendung. Hier stehen die bekanntesten, mit Bedeutung und Beispiel.

Verliebt

Schmetterlinge im Bauch

Das Kribbeln des Verliebtseins.

Vor dem ersten Date hatte sie so viele Schmetterlinge im Bauch, dass sie keinen Bissen herunterbekam.

Herkunft: Die Wendung ist eine Lehnübersetzung des englischen „butterflies in the stomach“, das dort vor allem Nervosität und Lampenfieber meint.

einen Narren an jemandem gefressen haben

Jemanden gegen jede Vernunft ins Herz geschlossen haben.

Unsere Katze hat einen Narren am Briefträger gefressen und wartet jeden Mittag an der Tür.

jemandem die Cour machen

Jemanden galant und mit viel Aufmerksamkeit umwerben.

Seit Wochen macht er der Buchhändlerin die Cour: jeden Samstag ein Kompliment und ein neuer Roman.

Herkunft: Nach französisch faire la cour.

Süßholz raspeln

Jemandem übertrieben schmeicheln, meist um etwas zu erreichen.

Am Gartenzaun raspelte er Süßholz: Nirgends blühten die Rosen so schön wie bei ihr.

Herkunft: Süßholz ist eine Pflanze, deren Wurzel einen Stoff enthält, der etwa fünfzigmal süßer ist als Zucker.

das Herz auf der Zunge tragen

Alles, was man fühlt, sofort offen aussprechen.

Sie trägt das Herz auf der Zunge: Schon beim ersten Date erzählte sie von ihrer Angst vor Tauben.

Herkunft: Das Herz gilt als Sitz der Gefühle, die Zunge als Werkzeug der Rede.

unter die Haut gehen

Tief berühren, emotional bewegen.

Wenn Neuseelands Rugbyspieler vor dem Anpfiff den Haka tanzen, geht das selbst den Gegnern unter die Haut.

Herkunft: Was unter die Haut geht, bleibt nicht an der Oberfläche; es dringt ins Innere wie ein Stich.

sich die Hörner abstoßen

Sich in jungen Jahren austoben, bis man ruhiger und vernünftiger wird.

Mit zwanzig trampte er durch halb Europa, um sich die Hörner abzustoßen.

jemanden warmhalten

Jemandes Interesse oder Gunst aufrechterhalten, ohne sich festzulegen.

Sie hielt den netten Mann aus dem Tanzkurs warm, beantwortete seine Einladung zum Essen aber nie ganz.

Herkunft: Aus der Küche: Ein Essen, das man warmhält, bleibt bereit, ohne gleich auf den Tisch zu kommen.

Befreundet

mit jemandem Pferde stehlen können

Sich auf jemanden voll verlassen können, der auch jedes Wagnis mitmacht.

Mit ihr kann man Pferde stehlen: Sie sagte sofort zu, als ich um Mitternacht zum Sternegucken aufbrechen wollte.

Herkunft: Pferdediebstahl stand früher unter schwerer Strafe.

ein Fels in der Brandung sein

Jemand, der ruhig und verlässlich bleibt, wenn um ihn herum alles wankt.

Als beim Umzug alles im Chaos versank, war meine Schwester der Fels in der Brandung.

Herkunft: Die Wellen schlagen unaufhörlich gegen den Felsen, doch er bleibt stehen.

jemandem gewogen sein

Jemanden mögen und ihm wohlwollend begegnen. Gehoben.

Das Wetter war uns gewogen: Zur Gipfelrast riss der Himmel auf.

eine Lanze für jemanden brechen

Jemanden verteidigen oder unterstützen.

Beim Familienessen brach sie eine Lanze für den neuen Freund ihrer Schwester.

Herkunft: Im Turnier brach der Ritter seine Lanze am Schild des Gegners, und zwar für die Ehre seiner Dame oder seines Herrn.

aus dem Nähkästchen plaudern

Private oder vertrauliche Dinge erzählen, meist in lockerer Runde und mit Vergnügen.

Nach zwei Gläsern plauderte die Regisseurin aus dem Nähkästchen.

unter vier Augen

Vertraulich, nur zwischen zwei Personen.

Nach dem Essen zog sie ihre beste Freundin in die Küche, um ihr unter vier Augen von der Verlobung zu erzählen.

Herkunft: Vier Augen, das sind genau zwei Menschen.

Verkracht und versöhnt

sich in den Haaren liegen

Sich immer wieder heftig streiten.

Newton und Leibniz lagen sich jahrelang in den Haaren darüber, wer die Infinitesimalrechnung erfunden hatte.

Herkunft: Bei einer Rauferei packen sich die Streitenden an den Haaren und lassen nicht mehr los.

einen Pik auf jemanden haben

Heimlichen Groll gegen jemanden hegen.

Die Nachbarin hat einen Pik auf uns, seit unser Hund ihre Tulpen ausgegraben hat.

Herkunft: Von französisch pique, Groll, Verstimmung, zu piquer, stechen.

in die Brüche gehen

Zerbrechen oder scheitern, vor allem eine Beziehung oder Freundschaft.

Ihre Ehe ging nach zwanzig Jahren in die Brüche, die Freundschaft hielt.

das Tischtuch zerschneiden

Mit jemandem endgültig brechen, sodass es keinen Weg zurück gibt.

Seit er ihr signiertes Lieblingsbuch verliehen und nie zurückbekommen hat, ist zwischen den beiden das Tischtuch zerschnitten.

das Kriegsbeil begraben

Einen langen Streit endgültig beilegen.

Nach zwei Jahren Streit um die Hecke haben die Nachbarn das Kriegsbeil begraben und grillen wieder zusammen.

Herkunft: Aus Berichten über nordamerikanische Indigene, die zum Zeichen des Friedens den Tomahawk vergruben.

reinen Tisch machen

Offene Konflikte und alte Probleme ein für alle Mal klären, damit man neu anfangen kann.

Nach zehn Jahren Funkstille machten die Schwestern bei einem langen Spaziergang reinen Tisch.

in ruhigeres Fahrwasser kommen

Aus einer turbulenten Phase in stabilere Zeiten kommen.

Nach einem wilden ersten Winter kam das kleine Töpferstudio in ruhigeres Fahrwasser. Die Tassen sind jetzt sogar dicht.

Herkunft: Aus der Seefahrt: Fahrwasser ist der Teil eines Gewässers, in dem Schiffe sicher fahren können.

Sprichwörter

Alte Liebe rostet nicht

Eine frühere Liebe oder Freundschaft lebt auch nach langer Zeit schnell wieder auf.

Sie haben sich beim Klassentreffen wiedergesehen und heiraten im Mai, alte Liebe rostet nicht.

Herkunft: Sprichwörtlich seit dem 16.

Jeder Topf findet seinen Deckel

Für jeden gibt es irgendwo den passenden Gegenpart.

Er sammelt Kakteen, sie Gießkannen: Jeder Topf findet seinen Deckel.

Herkunft: Aus der Küche: Zu jedem Topf gibt es einen Deckel, der genau passt, auch wenn man ihn manchmal lange suchen muss.

Was sich liebt, das neckt sich

Gegenseitige Sticheleien sind ein Zeichen von Zuneigung.

Seit dem ersten Semester necken sich die beiden bei jeder Gelegenheit, und alle Freunde wissen: Was sich liebt, das neckt sich.

Herkunft: Ein alter Reimspruch.

Raum ist in der kleinsten Hütte für ein glücklich liebend Paar

Wer sich liebt, braucht wenig Platz und kommt auch auf engstem Raum gut miteinander aus.

Ihre erste gemeinsame Wohnung hatte 28 Quadratmeter, aber Raum ist in der kleinsten Hütte für ein glücklich liebend Paar.

Herkunft: Aus Schillers Gedicht „Der Jüngling am Bache“ (1803).

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

Kleine Aufmerksamkeiten pflegen Beziehungen.

Der Nachbarin, die seine Pakete annimmt, bringt er Tomaten vom Balkon: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.

Herkunft: Sprichwörtlich seit dem 18.