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Sprichwörter über Arbeit und Erfolg: 30 mit Bedeutung

Ob Abschiedsrede, Mail ans Team oder Gespräch mit der Chefin: Ein passendes Sprichwort sagt viel in wenigen Wörtern. Hier stehen Sprichwörter rund um Arbeit, Fleiß und Erfolg.

Das Auge des Herrn macht das Vieh fett

Wer sich selbst um seine Sache kümmert, bekommt Ergebnisse. Anwesenheit wirkt.

Seit die Gründerin wieder jeden Morgen durch die Werkstatt geht, stimmen die Zahlen: Das Auge des Herrn macht das Vieh fett.

Herkunft: Landwirtschaftliches Sprichwort seit dem 16.

Das Bessere ist der Feind des Guten

Der Wunsch nach Perfektion verhindert brauchbare Ergebnisse.

Sie übermalte das Aquarell zum zehnten Mal, bis es schlechter war als am Anfang. Das Bessere ist der Feind des Guten.

Herkunft: Voltaire machte den Satz „Le mieux est l’ennemi du bien“ berühmt und griff damit ein italienisches Sprichwort auf.

Den Sack schlägt man, den Esel meint man

Man kritisiert stellvertretend jemanden oder etwas, obwohl eigentlich ein anderer gemeint ist.

Die Ministerin schimpft über die Behörde, aber jeder weiß: Den Sack schlägt man, den Esel meint man.

Herkunft: Das Bild ist sehr alt.

Der Fisch stinkt vom Kopf her

Missstände in einer Organisation beginnen bei der Führung.

Im Restaurant ist das Personal ständig gereizt, und der Chef brüllt schon beim Frühdienst. Der Fisch stinkt vom Kopf her.

Herkunft: Ein verwesender Fisch riecht tatsächlich zuerst am Kopf, wo Kiemen und Innereien liegen.

Der Teufel steckt im Detail

Die Schwierigkeiten zeigen sich erst in den kleinen Einzelheiten.

Das Regal sah einfach aus, aber der Teufel steckt im Detail: Schraube 14 fehlte.

Herkunft: Lehnübersetzung aus dem Englischen oder Französischen („le diable est dans les détails“), im Deutschen erst seit dem 20.

Der Ton macht die Musik

Wie man etwas sagt, ist mindestens so wichtig wie was man sagt.

Er bat um Ruhe, allerdings brüllend quer durchs Treppenhaus. Der Ton macht die Musik.

Herkunft: Aus der Musik: Dieselben Noten klingen je nach Anschlag und Klangfarbe ganz verschieden.

Erst wägen, dann wagen

Erst abwägen, dann entschlossen handeln.

Sie hat drei Wochen gerechnet und dann den Laden gekauft, erst wägen, dann wagen.

Herkunft: Wahlspruch des preußischen Generalfeldmarschalls Helmuth von Moltke (1800–1891).

Es ist noch nicht aller Tage Abend

Noch ist nichts entschieden. Die Lage kann sich wenden.

Im Champions-League-Finale 2005 lag Liverpool zur Pause 0:3 zurück, doch es war noch nicht aller Tage Abend: Am Ende gewann das Team im Elfmeterschießen.

Herkunft: Nach dem lateinischen „nondum omnium dierum sol occidit“ (Noch ist nicht aller Tage Sonne untergegangen), bei Livius über einen Krieg, der noch nicht verloren war.

Klappern gehört zum Handwerk

Wer etwas kann, muss es auch zeigen. Eigenwerbung gehört dazu.

Die Winzerin stellt ihre Medaillen gut sichtbar neben die Probierflaschen, Klappern gehört zum Handwerk.

Herkunft: Vom Handwerker, dessen Werkzeug klappert und so anzeigt, dass gearbeitet wird; auch vom Klappern des Mühlrads.

Kleinvieh macht auch Mist

Viele kleine Beträge oder Leistungen ergänzen sich zu etwas Großem.

Jeden Abend warf sie ihr Kleingeld in ein Einmachglas, im Dezember reichte es für die Zugfahrt nach Wien: Kleinvieh macht auch Mist.

Herkunft: Aus der Landwirtschaft: Auch Hühner, Ziegen oder Kaninchen liefern Mist, der als Dünger wertvoll ist.

Lange Rede, kurzer Sinn

Viel gesagt, wenig gemeint. Auch als Ankündigung, endlich zum Punkt zu kommen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wir haben uns verlobt.

Herkunft: Aus Schillers „Piccolomini“ (1799), I.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre

In der Ausbildung hat man zu dienen, nicht zu bestimmen.

Der neue Küchenlehrling schält seit Wochen nur Kartoffeln. Lehrjahre sind keine Herrenjahre.

Herkunft: Aus dem Handwerk der Zünfte: Lehrling, Geselle, Meister.

Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist

Die Gelegenheit nutzen, solange sie da ist.

Endlich schien die Sonne, also strich er noch am selben Nachmittag den Zaun: Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist.

Herkunft: Vom Schmiedehandwerk: Nur glühendes Eisen lässt sich formen.

Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist

Man sollte nicht über einen Gewinn verfügen, den man noch nicht hat.

Ein Date, schon Hochzeitspläne? Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.

Herkunft: Das Bild kennt man aus einer Fabel, die La Fontaine erzählt: Zwei Gesellen verkaufen einem Kürschner das Fell eines Bären, den sie noch gar nicht erlegt haben.

Mit Speck fängt man Mäuse

Mit dem richtigen Köder erreicht man sein Ziel.

Die Tierärztin versteckte die Tablette in einem Klecks Leberwurst. Mit Speck fängt man Mäuse.

Herkunft: Vom Speck als klassischem Köder in der Mausefalle.

Neue Besen kehren gut

Neue Leute oder Methoden bringen frischen Elan.

Der neue Hausmeister reparierte in einer Woche drei Jahre Rückstand: Neue Besen kehren gut.

Herkunft: Ein neuer Besen hat noch alle Borsten und fegt gründlich, später nutzt er sich ab.

Papier ist geduldig

Auf Papier lässt sich alles behaupten. Ob es stimmt, zeigt erst die Wirklichkeit.

Im Diätplan steht kein Stück Kuchen, aber Papier ist geduldig.

Herkunft: Nach Cicero: „epistula non erubescit“ (ein Brief errötet nicht), also: Schriftlich schämt man sich nicht.

Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse alles, was du sagst

Diskretion und Genauigkeit zugleich: Nicht jedes Wissen gehört ausgesprochen, aber jedes Wort muss gedeckt sein.

Sie hat im Interview nichts über die Fusion gesagt und nichts Falsches: Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse alles, was du sagst.

Herkunft: Von Matthias Claudius (1740–1815), aus dem Vermächtnis „An meinen Sohn Johannes“: „Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.“ Im Sprachgebrauch leicht verkürzt.

Schuster, bleib bei deinen Leisten

Rede nicht über Dinge, von denen du nichts verstehst.

Der Legende nach wies der Maler Apelles einen Schuster, der an seinem Bild herummäkelte, mit diesem Satz zurecht: Schuster, bleib bei deinen Leisten.

Herkunft: Nach Plinius dem Älteren: Der Maler Apelles nahm die Kritik eines Schuhmachers an einem gemalten Schuh an, wies aber dessen Urteil über das Bein zurück: „Ne sutor ultra crepidam“ (Schuster, nicht über die Sandale hinaus).

Verba volant, scripta manent

Gesprochenes ist schnell vergessen, Geschriebenes dagegen bleibt und lässt sich belegen.

Seit dem Streit um die Gartenparty führt der Verein über jede Absprache Protokoll, verba volant, scripta manent.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Prüfen ist zuverlässiger als glauben.

Er sagt, der Hund war schon draußen. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Die Leine hängt unberührt am Haken.

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen

Erledige Dinge sofort, statt sie aufzuschieben.

Den Zahnarzttermin buchte sie noch in der Mittagspause, ganz nach dem Motto: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Hingehen ist dann ein Problem für nächsten Donnerstag.

Herkunft: Reimspruch aus dem 18.

Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand

Wer ein Amt bekommt, wächst angeblich von selbst in die Aufgabe hinein, was meist spöttisch bezweifelt wird.

Der neue Abteilungsleiter kann nicht mal eine Tabelle sortieren, aber gut: Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand.

Herkunft: Altes deutsches Sprichwort, das Wander in seinem Sprichwörter-Lexikon verzeichnet.

Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen

Wer etwas veranlasst, trägt die Folgen und die Kosten.

Du wolltest unbedingt die Hüpfburg zum Kindergeburtstag? Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen.

Herkunft: Vom Tanzboden: Wer die Musikanten bestellte, zahlte sie.

Wer rastet, der rostet

Wer untätig ist, verliert an Fähigkeiten und Energie.

Nach zwei Jahren Elternzeit meldete sie sich als Erstes zum Excel-Kurs an. Wer rastet, der rostet.

Herkunft: Eisernes Werkzeug, das ungenutzt herumliegt, setzt Rost an; wer es regelmäßig benutzt, hält es blank.

Wer schreibt, der bleibt

Nur Aufgeschriebenes gilt und überdauert.

Beim Skat führt immer Tante Ilse die Liste, denn wer schreibt, der bleibt.

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben

Wer zögert, wird von den Ereignissen überholt.

Er wollte die Karten fürs Finale erst am Montag kaufen, da waren sie weg: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Wer zuletzt lacht, lacht am besten

Das Ende entscheidet, nicht der Zwischenstand.

Alle belächelten seine mickrigen Tomatenpflanzen, im August verschenkte er die Tomaten kistenweise. Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

Herkunft: Seit dem 19.

Wo gehobelt wird, fallen Späne

Wo gearbeitet wird, entstehen unweigerlich Nebenprodukte oder Fehler.

Beim Relaunch der Website war drei Tage lang das Impressum verschwunden. Wo gehobelt wird, fallen Späne.

Herkunft: Aus der Tischlerei: Beim Hobeln fallen zwangsläufig Späne ab.

Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu

Geld zieht Geld an, Erfolg zieht Erfolg an.

Kaum saßen zwei Gäste vor dem neuen Café, füllte sich die ganze Terrasse: Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu.

Herkunft: Sprichwörtlich seit dem 17.