etwas auf dem Kerbholz haben
Redewendung [ˈɛtvas aʊ̯f deːm ˈkɛʁphɔlt͡s ˈhaːbn̩]
Bedeutung
Sich etwas haben zuschulden kommen lassen.
Wörtlich: Schulden auf einem eingekerbten Holzstab stehen haben
Beispiele
- Der Kater hat einiges auf dem Kerbholz: zwei zerbrochene Vasen und ein verschwundenes Schnitzel.
- Michel aus Lönneberga hat einiges auf dem Kerbholz: Einmal blieb er mit dem Kopf in der Suppenschüssel stecken.
So benutzt man es
Umgangssprachlich und meist augenzwinkernd, von kleinen Sünden bis zu Vorstrafen: „Der hat einiges auf dem Kerbholz.“ Über Kollegen gesagt klingt es schnell nach Gerücht.
Herkunft
Vor der Buchführung wurden Schulden auf einem Holzstab eingekerbt, der längs gespalten wurde: Eine Hälfte behielt der Gläubiger, eine der Schuldner, und nur beide zusammen bewiesen die Schuld. Wer viel auf dem Kerbholz hatte, hatte viele Schulden, später: viele Vergehen.
