die Gretchenfrage
Substantiv · gehoben [ˈɡʁeːtçənˌfʁaːɡə]
Bedeutung
Die heikle, direkte Frage, mit der man jemanden zwingt, seine wahre Haltung offenzulegen.
Beispiele
- Beim dritten Date kam die Gretchenfrage: Wie hältst du’s mit Kindern?
- In der Weinbar stellte er die Gretchenfrage des Abends: Naturwein, ja oder nein?
So benutzt man es
Bildungssprachlich und geläufig, in Interview, Verhandlung, Koalitionsrunde und Beziehung. Typisch: die Gretchenfrage stellen. Klingt kultiviert und signalisiert, dass Ausweichen nicht mehr gilt.
Herkunft
Aus Goethes ‚Faust I‘: In Marthens Garten fragt Gretchen den ausweichenden Faust „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“. Seither heißt jede Frage nach der wahren Gesinnung so.
Statt …
Statt „wichtige Frage“.
