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Wortschatz erweitern: 6 Wege, die im Alltag funktionieren

Als Erwachsener kennt man viel mehr Wörter, als man benutzt. Wer seinen Wortschatz erweitern will, muss deshalb meist nicht mehr Wörter lernen, sondern die vorhandenen in den Mund bekommen.

Aktiver und passiver Wortschatz

Zum passiven Wortschatz gehören alle Wörter, die man versteht, wenn man sie liest oder hört. Zum aktiven Wortschatz die, die man selbst benutzt. Der passive ist bei Erwachsenen um ein Vielfaches größer. Ein Beispiel: lakonisch verstehen die meisten, aber kaum jemand sagt es. Im Gespräch greift man dann zu „kurz“ oder „trocken“ und trifft es nur ungefähr.

Den Wortschatz zu erweitern heißt also vor allem: Wörter vom passiven in den aktiven Wortschatz holen. Dafür reicht Lesen allein nicht.

1. Wörter im Zusammenhang lernen

Ein Wort mit Bedeutung und Beispielsatz bleibt eher hängen als ein Wort auf einer Liste. Der Satz zeigt, in welche Lage es passt und welchen Ton es hat. Nebelkerze zum Beispiel nimmt man für ein Argument, das ablenken soll, und wer es benutzt, unterstellt Absicht.

2. Die eigenen Lieblingswörter ersetzen

Jeder hat Wörter, die er ständig benutzt: gut, wichtig, interessant, sagen, schön. Für jedes gibt es genauere. Wer bei einem dieser Wörter kurz innehält und überlegt, was genau gemeint ist, findet oft das bessere.

Anderes Wort für gut · für wichtig · für interessant · für sagen · für schön

3. Neue Wörter selbst benutzen

Ein Wort wird erst aktiv, wenn man es selbst benutzt hat. Am einfachsten geht das schriftlich: einen eigenen Satz mit dem neuen Wort schreiben, in einer Mail, einer Notiz oder einer Übung. Beim zweiten Mal kommt es dann leichter.

4. Mit Abstand wiederholen

Was man heute lernt, ist in ein paar Tagen zum großen Teil wieder weg. Hilfreich ist, ein Wort nach einem Tag, nach einigen Tagen und nach einer Woche noch einmal zu sehen. Ein Wort sitzt, wenn man es auch nach einer Woche noch weiß.

5. Redewendungen und ihre Herkunft kennen

Redewendungen sind fertige Bausteine: „etwas auf die lange Bank schieben“ sagt in einem Bild, was sonst einen Nebensatz braucht. Wer weiß, woher eine Wendung kommt, behält sie leichter und setzt sie richtiger ein.

Deutsche Redewendungen · Redewendungen für den Job · mit Tieren · aus der Bibel · Sprichwörter

6. Lesen, was man sonst nicht liest

Lesen erweitert den passiven Wortschatz, und zwar umso mehr, je weiter der Text von der eigenen Gewohnheit entfernt ist: ein Feuilleton, eine Rede, ein älterer Roman. Wörter, die dabei auffallen, kurz notieren und später in einem eigenen Satz benutzen.

Gehobene Wörter mit Bedeutung

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Häufige Fragen

Wie viele neue Wörter am Tag sind sinnvoll?

Wenige. Ein paar Wörter am Tag, die man im Zusammenhang lernt, selbst benutzt und nach einigen Tagen wiederholt, bleiben eher hängen als lange Listen.

Hilft Lesen, um den Wortschatz zu erweitern?

Lesen erweitert vor allem den passiven Wortschatz. Damit ein Wort aktiv wird, muss man es auch selbst benutzen.

Gibt es eine App dafür?

Ja, gutgesagt ist genau dafür gebaut: jeden Tag ein paar Wörter und Redewendungen mit Beispielsatz, Übungen zum Auswählen, eigene Sätze und Wiederholung, bis ein Wort sitzt. Was ist gutgesagt?

Stand: 21.10.2026