Besser formulieren: 7 Wege zu klaren Sätzen
Wer besser formulieren will, braucht selten kompliziertere Sätze. Meist reicht es, ein blasses Wort durch ein passendes zu ersetzen, ein Nomen durch ein Verb oder ein „irgendwie“ durch nichts. Hier sind sieben Wege, jeweils mit Vorher und Nachher.
1. Allzweckwörter ersetzen
Gut, wichtig, sagen, machen, interessant: Diese Wörter passen fast immer und sagen deshalb wenig. Wer kurz überlegt, was genau gemeint ist, findet meist ein Wort, das mehr verrät.
Anderes Wort für gut · für wichtig · für sagen · für interessant · für schön
2. Verben statt Nomen
Amtsdeutsch macht aus jedem Tun ein Ding: eine Entscheidung treffen, eine Prüfung durchführen, zur Anwendung bringen. Das Verb dahinter ist kürzer und klingt lebendiger.
3. Füllwörter streichen
Eigentlich, irgendwie, quasi, halt, sozusagen: Im Gespräch verschaffen sie Zeit, im Text machen sie jede Aussage weicher. Ein Satz ohne sie klingt sicherer, ohne unhöflich zu sein.
4. Konkret statt allgemein
„Es gab Probleme“ lässt den Leser raten. Eine Zahl, ein Name oder ein Beispiel macht einen Satz sofort glaubwürdiger.
5. Sagen, wer es tut
Das Passiv versteckt, wer handelt. Manchmal ist das gewollt, meist ist es nur ungenau. Wer den Handelnden nennt, schreibt kürzer und klarer.
6. Das Wort für den Ton wählen
Viele Wörter bedeuten fast dasselbe und klingen doch ganz anders. Kurz, knapp, lapidar und lakonisch beschreiben alle eine kurze Antwort. Lapidar klingt nach Gleichgültigkeit, lakonisch nach trockenem Witz. Wer den Unterschied kennt, sagt mit einem Wort, wofür sonst ein Satz nötig wäre.
lakonisch · Gehobene Sprache · Eloquent sprechen · Wörter, die intelligent klingen
7. Redewendungen als fertige Bilder
Eine Redewendung fasst eine ganze Geschichte in ein Bild. Wo man sonst umständlich erklärt, reicht dann ein halber Satz.
einen Bärendienst erweisen · den Bock zum Gärtner machen · Deutsche Redewendungen · Redewendungen für den Job
Warum das Wort oft fehlt
Die meisten Erwachsenen kennen weit mehr Wörter, als sie benutzen. Im Gespräch greift man zu dem, was zuerst kommt, und das ist selten das passende Wort. Besser formulieren heißt deshalb vor allem, Wörter vom passiven in den aktiven Wortschatz zu holen: im Zusammenhang lernen, selbst benutzen, nach ein paar Tagen wiederholen. Wie das geht, steht im Ratgeber Wortschatz erweitern.
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Häufige Fragen
Wie kann ich besser formulieren?
Mit wenigen Gewohnheiten: blasse Allzweckwörter ersetzen, Verben statt Nomen benutzen, Füllwörter streichen, konkret schreiben und sagen, wer etwas tut. Am meisten hilft ein größerer aktiver Wortschatz.
Wie formuliere ich im Beruf besser?
Kurze Sätze, aktive Verben, konkrete Zahlen und Namen. Statt „Es wurde beschlossen, eine Überprüfung durchzuführen“ besser „Das Team prüft bis Freitag die Kosten“. Gehobene Wörter wie konstatieren oder monieren sind gut, wenn sie passen, aber kein Selbstzweck.
Was sind Füllwörter?
Wörter, die einem Satz nichts hinzufügen, etwa eigentlich, irgendwie, quasi, halt oder sozusagen. Im Gespräch geben sie Zeit zum Nachdenken, im geschriebenen Text machen sie Aussagen weich und unsicher.
